Krankheitssymptome bei Schmerzen ?

Woran erkenne ich überhaupt Schmerzen bei meinem Hund?

Wenn das mal so einfach wäre! Hunde sind wahre Meister im verbergen von echten Schmerzen. Während sie Dir das Haus zusammen brüllen können, weil Du beim Bürsten versehentlich leicht geziept hat, Krallen schneiden willst oder barfuß beinahe auf die Ruhe getreten währest, würden sie das bei großen Verletzungen und heftigen Schmerzen gar nicht mache.

Ihr kennt das sicherlich auch: euer Hund humpelt seit Wochen immer mal wieder, dann drückt ihr herum, um rauszufinden wo es denn schmerzt, aber Dein Hund sagt nichts? Geschweige denn vom Tierarztbesuch, wo euer Hund steif und fest behauptet, er hätte nie im Leben ein Problem, sondern währe kerngesund.

Wichtig ist also: bevor ihr zum Tierarzt geht, macht ein Video von der Situation, die euch Sorgen bereitet.

Auch die Stelle, wo euer Hund Schmerzen hat, lässt sich lokalisieren!

Zwar braucht ihr nicht darauf zu hoffen, dass euer Hund fiepen wird, wenn ihr auch eine schmerzhafte Stelle drückt, aber er wird evtl. Gähnen oder sich über die Schnauze lecken, wenn ihr eine bestimmte Stelle berührt.

Lese dazu auch gern den Beitrag: Wie finde ich heraus, wo mein Dackel Schmerzen hat?

Bei Paul war es so, dass er sich schon seit Monaten ab und zu in einen Fuß gebissen hat, diese Geschichte findest Du hier

Wenn dein Dackel sich plötzlich in den Fuß beißt

Grundsätzlich kann man es so sehen, dass ein „in die Füße beißen“ eher ein Anzeichen von einer Allergie, einer Futtermittelunverträglichkeit oder ein Stresssymptom ist.

Aber: Niemals dann, wenn es sich nur um einen bestimmten Fuß handelt und das beißen extrem ist, kurz ist und die Symptome in Minuten wieder aufhören.

Das ist immer die Symptomatik eines extremen, einschiessendem Schmerz.

Ein allergischer Hund würde sich eher abends in Ruhe die Füße lecke und beknabbern, als denn panisch in den Fuß zu beißen.

Das, was ich hier beschreibe, ist eine Reaktion auf einen extremen Schmerz, den der Hund nicht aushalten kann

Kommt das ganze einmalig vor, ist davon auszugehen, dass der Hund zum Beispiel auf etwas sehr schmerzhaftes drauf getreten ist, zum Beispiel eine Wespe oder so.

Kommt das in den Fuß beißen regelmäßig vor, muss man diesen auf den Grund gehen. Bei Paul wurde alles Mögliche zunächst diagnostiziert, von Fusspilz, über Granne, über extrem trockene Haut am Fuß.

So sieht es aus, man könnte meinen, er hätte sich was eingetreten

Nun ja, ehrlich gesagt, so ernst habe ich die Lage auch nicht genommen. Es kam vielleicht einmal im Monat vor und er hatte am Anfang überhaupt keine ernsthaften Auffälligkeiten. Er war fröhlich, spielte, war ausgelassen und albern wie immer.

Ernsthafte Probleme bekamen wir vor 2-3 Monaten so. Er hatte keine Lust auf gehen, verkroch sich in seine Box und selbst wandern und Ausflüge, was er wirklich liebt wie verrückt, waren nach 30-40 Minuten eine Tortour, weil er nur noch mit hängenden Kopf herumschlich und im völlig normalen Gehtempo nicht hinterher kam.

Trauriger Spaziergang

Als er dann das erste mal richtig heftig lahmte, brachte ich ihn sofort in die Tierklinik zum Röntgen. Da war nichts.

Die Tierärztin erklärte mir, dass das Ganze vermutlich eine Engstelle im Rücken ist. Ein Nerv würde eingeklemmt werden und das führte zu einem heftigen, einschiessenden Schmerz. Wenn es nicht besser werden würde, müsste Paul ins CT. Sollte sich dann die Diagnose bestätigen, sei eine Operation dieser Engstelle aber wirklich kein Problem.

Lahmheit und beißen in Fuß und Knie. Wo kommt der Schmerz nur her?

Ja….und was dann CT und Narkoseröntgen als Ergebnis brachte, war leider viel schlimmer als vermutet : Paul hat HD und zwar so schlimm, dass er nie wieder richtig gehen wird. Mit nur 5 Jahren. HD ist kein Verschleiß, der Hund hat diese Probleme von Anfang an und es ist sehr Wahrscheinlich, dass viele Verwandte von Paul das auch haben, denn genau wie Pauls PRA ist es in höchsten Maße vererblich.

Wie geht es nun weiter und was macht man mit so einem Hund?

Am Donnerstag geht es für Paul noch mal in die Klinik, zum richtigen HD Röngen. Auch werden die Knie noch mal geröntgt. Denn die Knie sahen auch nicht wirklich gut aus.

Wir gehen dieses Mal in eine Fachklinik für orthopädische Erkrankungen, die auf HD spezialisiert sind. Es gibt einige Operative Möglichkeiten, aber grundsätzlich ist das bei einem großen Dackel ein Problem.

Die beste Lösung währe, wenn eine Schmerztherapie und Physiotherapie Paul helfen würde und er dadurch Lebensqualität hätte. Ich werde einen Hundebuggy kaufen, damit er weiter auf Ausflüge mit kann. Aber ich werde keine extreme Operation mit fragwürdigen Ausgang machen, denn operierte Hüften bringen nichts, wenn ein Dackelrücken die Rehaphase nicht schaffen würde. Donnerstag weiß ich mehr.

Wir Paul ein normales Dackelalter erreichen können?

Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, die Chancen stehen nicht so wirklich gut, aber es gibt kleine Möglichkeiten. Das weiß ich besser, wenn die Diagnostik abgeschlossen ist. Auf jeden Fall mache ich alles, was geht und ihn das Leben erleichtern wird


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