
Dackel im Garten: Wie dein Dackel dort wirklich entspannen kann
Ein Garten wirkt für viele Menschen wie der ideale Ort für einen Dackel. Viel Platz, frische Luft, Gerüche, Bewegung. In der Realität berichten jedoch viele Halter über das Gegenteil: Kaum ist der Dackel draußen, beginnt er Aufgaben zu übernehmen. Er bellt am Gartenzaun, kontrolliert jede Bewegung außerhalb des Grundstücks oder beginnt intensiv zu buddeln.
Die Situation wirkt für viele Besitzer irritierend, weil der Garten eigentlich als Ort der Entspannung gedacht war. Genau hier liegt jedoch der entscheidende Punkt: Für einen Dackel ist ein Garten zunächst kein Ruheort, sondern ein hochinteressantes Revier voller Aufgaben.
Damit ein Dackel im Garten wirklich entspannen kann, braucht er Orientierung. Der Mensch bestimmt, wann Aktivität stattfindet und wann Ruhe entsteht.
An dieser Stelle wäre es hilfreich, wenn Du Dir einmal diesen Beitrag anschaust:
Bellen beim Dackel, dann hast Du ein bisschen Grundwissen für den weiteren Text.
Warum ein Garten für einen Dackel so aufregend ist
Der Dackel wurde über viele Generationen als selbstständig arbeitender Jagdhund gezüchtet. Seine Aufgabe bestand darin, Wildspuren zu verfolgen, Bewegungen wahrzunehmen und eigenständig Entscheidungen zu treffen.
Ein Garten liefert genau diese Reize.
Gerüche von Mäusen und Igeln, Bewegungen außerhalb des Grundstücks, Stimmen von Menschen oder anderen Hunden aktivieren den Instinkt zur Umweltkontrolle. Der Dackel beginnt zu beobachten, zu reagieren und manchmal auch zu handeln.
Typische Verhaltensweisen im Garten könnten deshalb sein:
Bellen am Gartenzaun
Kontrollgänge entlang der Grundstücksgrenze
intensives Buddeln
dauerhaftes Beobachten der Umgebung
Diese Aktivitäten entstehen selten aus Langeweile. Sie entstehen, weil der Dackel den Garten als Bereich wahrnimmt, in dem Aufgaben entstehen und ohne Gegen Maßnahmen fühlt er sich dafür verantwortlich.
Aus dieser Verantwortung müssen wir ihn heraushelfen, alleine können Hunde das nicht.
Es handelt sich hier nicht um Ungehorsam beim Dackel, sondern um ein seit Generationen angezüchtetes Verhalten.
Unterschiedliche Situationen im Garten
Damit ein Dackel dort zur Ruhe kommt, hilft es, die verschiedenen Gartensituationen klar zu unterscheiden. Ein Garten kann für einen Dackel sehr unterschiedliche Bedeutungen haben, abhängig davon, was der Mensch gerade tut.
Wenn du im Garten arbeitest
Viele Dackel beobachten ihren Menschen sehr aufmerksam. Sobald du beginnst zu graben, Pflanzen umzusetzen oder Erde zu bewegen, entsteht für den Dackel eine spannende Situation.
Er möchte beteiligt sein.
Viele Halter erleben dann, dass der Dackel beginnt, eigene Aktivitäten zu entwickeln. Er buddelt an anderer Stelle, trägt Pflanzenreste durch den Garten oder rennt aufgeregt zwischen verschiedenen Punkten hin und her.
Hier kann es sehr hilfreich sein, den Dackel bewusst einzubeziehen.
Dackel arbeiten gern mit ihrem Menschen zusammen. Kleine Aufgaben reichen oft schon aus, um diese Energie in eine gemeinsame Aktivität zu lenken.
Typische kleine Aufgaben können sein:
Gartenhandschuhe bringen
leere Pflanzbecher tragen
kleine Pflanzenreste apportieren beim Ausgraben
Pflanzen aus einer bestimmten Stelle herausziehen
Und natürlich: Löcher graben dürfen auf Kommando😀
Bei uns ist das Kommando „Such die Maus“ oder „Wo ist die Maus“
Solche Aufgaben wirken für Menschen unscheinbar, für einen Dackel stellen sie jedoch eine klare Zusammenarbeit dar. Der Dackel fühlt sich beteiligt und entwickelt weniger eigene Beschäftigungen.
Viele Dackel zeigen dabei erstaunliche Begeisterung und es stärkt definitiv die Bindung als Team.
Mehr tolle, gemeinsame Beschäftigungsideen findest Du hier:
Wenn du im Garten entspannen möchtest
Eine ganz andere Situation entsteht, wenn du dich im Garten ausruhst. Viele Menschen legen sich natürlich gern auf einen Liegestuhl oder setzen sich mit einem Buch auf die Terrasse.
In diesem Moment passiert häufig leider etwas Typisches: Der Dackel beginnt aufzupassen.
Sobald der Mensch ruhig liegt, fühlt sich der Dackel oft verantwortlich für das Umfeld, bzw. sogar noch verantwortlicher als sowieso schon.
Geräusche werden intensiver wahrgenommen, Bewegungen außerhalb des Gartens lösen schneller Reaktionen aus.
Der Dackel übernimmt eine Wachrolle.
Genau deshalb erleben viele Besitzer, dass ihr Dackel im Garten plötzlich besonders aufmerksam und aktiv wird, sobald sie selbst entspannen möchten.
Hier hilft ein klarer Ruheaufbau.
Ein fester Liegeplatz neben dem Menschen kann sehr hilfreich sein. Eine Decke oder ein Hundebett, das immer an derselben Stelle liegt, wird für den Dackel zu einem Orientierungspunkt.
Genau kannst Du einzelne Schritte noch hier lesen:
Dort findest zu die Schritte gut erklärt und auch noch viele weitere Unterseiten, die für das allgemeine Verständnis zum Ruheaufbau sicherlich gut helfen.
Wenn du dich hinsetzt oder hinlegst, geht der Dackel auf diesen sorgfältig aufgebauten Ruheplatz.
Wiederholt sich diese Situation regelmäßig, entwickelt sich ein Ritual. Der Dackel versteht, dass jetzt eine ruhige Phase beginnt.
Bei sehr aktiven Dackeln kann zusätzlich eine leichte Begrenzung sinnvoll sein. Eine längere Leine verhindert, dass der Dackel sofort durch den Garten startet, sobald ein Geräusch auftaucht.
Viele Dackel finden auf diese Weise schneller in einen ruhigen Zustand.
Bellen am Gartenzaun
Ein besonders häufiges Thema ist das Bellen am Gartenzaun. Viele Dackel reagieren auf Menschen, Hunde oder Fahrräder, die am Grundstück vorbeigehen.
Der Dackel übernimmt dabei häufig eine Art Kontrollfunktion.
Das Verhalten entsteht vor allem dann, wenn der Dackel glaubt, für den Schutz des Gartens zuständig zu sein. Besonders Dackel besitzen ein ausgeprägtes Revierbewusstsein.
Damit sich dieses Verhalten verändert, hilft es, wenn der Mensch sichtbar Verantwortung übernimmt.
Sobald der Dackel zum Zaun läuft und bellt, gehst du ruhig dorthin. Du stellst dich zwischen deinen Dackel und den Bereich außerhalb des Gartens.
Der Dackel weicht in dieser Situation meist ein Stück zurück.
Nun bleibst du selbst kurz am Zaun stehen. Du schaust nach draußen oder gehst ein paar Schritte entlang der Grundstücksgrenze.
Für den Dackel entsteht dadurch eine klare Botschaft: Dieser Bereich wird vom Menschen kontrolliert.
Viele Dackel akzeptieren diese Zuständigkeit erstaunlich schnell, wenn sie immer wieder erleben, dass der Mensch die Situation übernimmt.
In meinem Buch Der Dackel hab ich in vielen möglichen Schritten erklärt, wie Begrenzungstraining abläuft.
Es funktioniert nicht, dem Dackel das Bellen am Gartenzaun zu verbieten, ihn deswegen anzuschreien oder womöglich ( wie viele Hundetrainer auch heute leider noch empfehlen) ihn mit Wasser nasszuspritzen. Das einzige, was nachhaltig und langfristig gegen Bellen am Gartenzaun hilf, ist deinem Dackel zu zeigen, dass er für diesen Raum nicht verantwortlich ist.
Und dieses „ den Dackel aus der Verantwortung nehmen“ ist unter anderen mit ein Schwerpunkt des Buches
Buddeln im Garten
Buddeln gehört zum natürlichen Verhalten eines Dackels. Die Rasse wurde für die Arbeit im Bau gezüchtet. Graben liegt deshalb tief im Verhalten verankert.
Viele Dackel beginnen im Garten intensiv zu buddeln, sobald sie interessante Gerüche im Boden wahrnehmen.
Komplett unterbinden lässt sich dieses Verhalten meist nur schwer. Erfolgreicher ist oft eine gezielte Lenkung.
In manchen Gärten funktioniert eine feste Buddelecke sehr gut. Eine Stelle mit lockerer Erde oder Sand erlaubt dem Dackel, diesem Verhalten nachzugehen.
Viele Dackel akzeptieren eine solche Stelle erstaunlich gut, wenn sie dort bereits spannende Gerüche oder versteckte Gegenstände entdecken können.
Dadurch verteilt sich das Buddeln weniger über den gesamten Garten.
Achte aber darauf, dass das Buddeln wirklich eine Genussbeschäftigung ist und nicht in etwa eine Übersprungshandlung, weil er zu viel Stress hat.
Ein freudiger Dackel hat zwar Spaß am buddeln, kommt aber auch von selber wieder raus aus der Nummer und legt sich dann nach „ getaner Arbeit“ zufrieden hin.
Ruhe entsteht durch Wiederholung
Ein entspannter Dackel im Garten entsteht selten sofort. Die meisten Dackel brauchen Zeit, um den Garten als ruhigen Aufenthaltsort kennenzulernen.
Definitiv muss man das mit den meisten Dackeln in irgendeiner Form üben.
Aber es gibt natürlich auch total gechillte Dackelexemplare, die gar keinen Gartentrainingsbedarf haben und alles gut abläuft.
Kurze ruhige Aufenthalte helfen oft mehr als lange Phasen voller Aktivität.
Ich fasse noch mal zusammen
– Beim Arbeiten im Garten darf der Dackel helfen.
– Beim Entspannen braucht er vielleicht zunächst Training
– Am Gartenzaun übernimmt der Mensch die Kontrolle.
Viele Dackel übernehmen diese Regeln erstaunlich zuverlässig, sobald sie den Ablauf verstehen und wir das eine ganze Weile konsequent durchgezogen haben
Der Garten als gemeinsamer Aufenthaltsort
Ein Garten wird für einen Dackel dann angenehm, wenn er als gemeinsamer Lebensraum erlebt wird. Der Dackel beobachtet, beteiligt sich gelegentlich und kann gleichzeitig zur Ruhe kommen.
Bedenke: Alleine im Garten zu sein bedeutet für viele Dackel enormer Stress und es gibt nur wenig Dackel für die das wirklich von Vorteil ist.
Lese auch gern hier Braucht ein Dackel eine Katzenklappe?
Mit der Zeit können viele Dackel ein sehr entspanntes Verhalten im Garten zeigen. Sie liegen in der Sonne, beobachten die Umgebung oder dösen neben ihrem Menschen. Das ist aber meistens das Ergebnis von Training und nicht von Umständen, die irgendwie von alleine eintreten. Hier gibt es auch was zum Thema Wann werden Dackel ruhiger?
Wenn Du noch weitere Fragen zum Beitrag hast, stell diese einfach gern in die Kommentare. Natürlich dürft ihr euch auch komplette Beiträge wünschen, das inspiriert mich 😀

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