Muss ein Dackel duschen?

Ich habe ein Talent, das mir regelmäßig spöttische Blicke einbringt: Ich dusche gern.

Nicht so „wenn’s sein muss“-gern. Eher so „ich plane meinen Tag um diese Gelegenheit herum“-gern. Dackel haben ja angeblich ein angespanntes Verhältnis zu Wasser, zu Seife und zu allem, was nach Badezimmer klingt. Ich höre das oft, wenn Daniela mit diesem Tonfall spricht, den sie benutzt, wenn sie anderen Menschen erklären will, dass bei uns zu Hause grundsätzlich alles „ein bisschen speziell“ ist.

Dabei ist es simpel.

Ich komme vom Spaziergang zurück, die Welt klebt noch an meinen Pfoten, ich trage ein bisschen Wind in den Ohren und ein bisschen Wald in der Nase – und dann marschiere ich. Geradeaus. Zielstrebig. In Richtung Bad.

Zu Hause endet diese Entschlossenheit leider manchmal vor einer Badewanne.

Eine Badewanne ist kein Ort, an dem man sich als erwachsener Langhaardackel freiwillig niederlässt. Sie ist eine Entscheidung. Eine, die Daniela meistens für mich trifft und dann so tut, als wäre es eine Zusammenarbeit. Ich bin nicht dagegen. Ich bin nur konsequent.

Das war nur Spaß fürs Foto 🤣normalerweise bade ich alleine

Im Hotel ist das anders.

Dieses Hotel hat eine bodengleiche Dusche. Keine Kante, kein Zögern, kein „Paul, warte mal, ich muss erst…“ — man kann einfach rein. Als wäre es das Normalste der Welt. Und genau so behandle ich es auch.

Ich setze mich da rein, ganz selbstverständlich, wie ein Gast, der seinen Platz gefunden hat. Dann warte ich.

Warten ist eine unterschätzte Erziehungsmaßnahme. Daniela denkt dabei natürlich, ich würde „signalisieren“, dass mir warm ist und ich deshalb auf den Fliesen sitzen möchte oder dass ich mich irgendwo unwohl fühle. Sie kennt mich inzwischen gut genug, um falsch zu liegen, aber nicht gut genug, um sofort aufzugeben.

Sie steht dann meist kurz im Türrahmen und schaut mich an.

Ich schaue zurück.

Das ist unser stilles Spiel: Sie glaubt, sie erzieht mich zur Geduld. Ich erziehe sie zur richtigen Interpretation.

Irgendwann seufzt sie – dieses kleine, schwerelose Seufzen, das so klingt, als hätte ich eine Petition eingereicht – und dreht das warme Wasser auf.

Das ist der Moment, in dem ich innerlich sehr ruhig werde.

Warm ist wichtig. Nicht kochend, nicht „wir müssen sparen“, sondern dieses angenehme Wasser, das über die Brust läuft, als würde es sagen: Du hast heute schon genug geleistet. 

Eigentlich erwarte ich exakt 39,2 Grad Wassertemperatur, nur dann kann ich vollkommen geniessen. Wenn Daniela das nicht exakt einhält, werde ich zappelig

Daniela hält den Strahl gern so, dass er genau da entlanggleitet, wo ich am liebsten atmend sitze. Ich könnte behaupten, sie hat das aus Rücksicht gelernt. Ich könnte aber auch ehrlich sein und sagen: Sie hat irgendwann begriffen, dass ich sonst einfach nicht aufstehe.

Ich bin ja nicht mal besonders dreckig. Das ist das Beste daran.

Duschen hat bei mir nichts mit Schmutz zu tun. Duschen ist ein Zustand. Ein kleiner, warmer Urlaub im Urlaub. Und wenn man schon im Hotel ist, kann man auch Dinge tun, die nach Wellness aussehen, ohne dass man es zugibt.

Nach dem Wasser kommt das Handtuchritual. Daniela rubbelt nicht hektisch, sondern so, als würde sie mich in ein Geheimnis einwickeln. Und dann – mein persönlicher Höhepunkt – der Frottee-Bademantel.

Ich weiß nicht, was Menschen bei sowas fühlen. Bei mir ist es jedenfalls so: Sobald der Bademantel sitzt, bin ich offiziell im Entspannungsmodus. Die Welt darf draußen bleiben, die Flure dürfen hallen, andere Hunde dürfen großspurig an Türen vorbeistolzieren – ich bin angezogen wie jemand, der hier länger wohnt.

Daniela nennt das „verwöhnt“.

Ich nenne es: korrektes Urlaubsmanagement.

Und wenn wir danach wieder rausgehen, Richtung Meer, Richtung Wind, Richtung irgendwas mit Wellen – dann ist das für mich nur der nächste Programmpunkt. Wellen sind für den Dackel. Dusche ist für den Dackel. Und der Bademantel… ist eindeutig für den Dackel.

Unser Bademantel ist dieser hier DryUp Cape. Den hatte Frauchen auch schon für die Flats und ist von der Qualität her restlos überzeugt. Auch nach 5 Jahren täglicher Nutzung noch restlos in Ordnung, außer mein ersten, den hab ich mal zerlegt, weil Frauchen den nicht rechtzeitig abgenommen hatte😝

Der Link mit dem Bademantel ist übrigen ein Affiliate Link, dh heißt, wenn ihr da drauf klickt und was kauft bekommt Frauchen ein bisschen Provision.

Wir sind übrigens in einen ganz wunderbaren Hotel im Odenwald, hier :

Mit Hund im Odenwald


Entdecke mehr von Dackelwissen Blog

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

2 Kommentare zu „Muss ein Dackel duschen?“

  1. Avatar von Monika
    Monika

    Brauchen zur Zeit auch oft Unterbodenwäsche bei unserer Xana. Sie nimmt es gelassen hin. Der Hinweis und Link zum Dackelbademantel ist interessant. Werde ich mir bestellen.😉🥰

    1. Avatar von Dasdaggel

      Ohne Dackelbademantel käme ich nicht mehr durchs Leben, zumal Paul kreuz und quer durch die Betten schrubbt um sich abzutrocknen 🥰

Kommentar verfassen

Ich bin Daniela mit Dackel Paul

Willkommen in meinem Dackelblog, der eine Ergänzung zu der Website

Dackelwissen.de ist. Auch bin ich

Autorin von mehreren Dackelbüchern

Mehr von mir und Dackel Paul

Entdecke mehr von Dackelwissen Blog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Dackelwissen Blog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen