
Alle sagen immer, wir Dackel seien verspielt. Ich habe lange gedacht, das heißt, man muss einfach nur irgendwas werfen und wir rennen dann los. Bei mir funktioniert das so aber nicht. Frauchen sagt sowieso, Ballwerfen ist für Dackel nicht geeignet. Macht blöd im Kopf.
Ich spiele gern. Aber halt richtig, so wie Frauchen mir das erklärt
Das klingt harmlos, als würde ich irgendwo im Hintergrund ein Stofftier herumtragen, während Daniela in Ruhe Kaffee trinkt. So läuft es bei uns nicht.
Wenn ein Spielzeug im Raum ist, bin ich sofort da. Wach, schnell, aufmerksam, sehr konzentriert auf alles, was nach Beute aussieht. Manchmal so konzentriert, dass ich kurz vergesse, dass wir eigentlich raus wollten. Daniela steht dann mit Leine in der Hand da und schaut mich an, als hätte sie einen Hund bestellt und ein kleines Problem geliefert bekommen.
Sie nennt das Überdrehen. Ich nenne es Begeisterung mit Tempo.
Daniela lässt mich spielen, nur eben dosiert. Das hat sie sich nicht ausgedacht, weil sie keinen Spaß versteht, sondern weil Spiel mich in Sekunden einschaltet, und wenn ich ganz oben bin, bin ich zwar brillant, aber nicht besonders aufnahmefähig. Ich kann dann alles, nur nichts Neues.
Zerrspiele sind mein Lieblingsvertrag
Mein Lieblingsspiel ist Zerren. Tau, Kong an der Schnur, irgendetwas, das fest genug ist und nach Arbeit riecht.
Ich liebe dieses Gefühl, wenn Daniela das Spielzeug hält und ich mich reinhänge, mit ernstem Blick und dem festen Wissen, dass ich gerade etwas sehr Wichtiges tue. Zerren ist für mich kein wildes Rumgerenne, es ist ein Dialog. Ein bisschen Kraft, ein bisschen Timing, und zwischendurch dieser Moment, in dem Daniela kurz loslässt und ich für eine Sekunde glaube, ich hätte das Spiel gewonnen. Aber dann stelle ich fest, dass es langweilig ist, wenn Daniela loslässt und ich drücke ihr das andere Ende wieder in die Hand, damit sie ja nicht aufhört.
Ich würde das den ganzen Tag machen.
Andere Hunde finden das oft schnell langweilig. Sie packen kurz an, ziehen zweimal, und dann lassen sie los, als hätten sie keine Lust auf die Tiefe des Themas. Ich schaue sie dann an und frage mich, ob ihnen bewusst ist, was sie da verschenken.
Der Ball, der nicht fliegt, sondern lebt
Es gibt bei uns auch einen Ball an einer Schnur. Der Ball ist kein Wurfball, jedenfalls nicht bei Daniela. Sie wirft ihn selten weit. Sie bewegt ihn am Boden. Links, rechts, plötzlich weg, dann wieder ran, wie eine kleine Beute, die gerade noch glaubt, sie hätte Chancen.
Das macht mich sofort ernst.
Ich liebe bodennahe Spiele. Ich kann da präzise sein, schnell, ich kann ansetzen, stoppen, wieder ansetzen. Wenn Daniela das gut macht, dann bin ich komplett bei ihr. Keine Umgebung, kein Wind, keine Nebengeräusche, nur dieser Ball, der lebt.
Und dann kommt die Stelle, die Daniela wichtig ist.
Sie lässt mich sitzen. Sie lässt mich warten. Sie bewegt den Ball, und ich darf erst los, wenn sie es freigibt.
Ich habe am Anfang gedacht, das sei ein Fehler im System. Beute bewegt sich, Dackel geht hin, fertig. Daniela hatte andere Pläne. Sie hat mir beigebracht, dass Warten Teil des Spiels ist. Dass das Spiel nicht verschwindet, wenn ich kurz still bin. Dass genau diese Pause das ist, was das Ganze richtig macht.
Heute kann ich das ganz gut. Ich sitze da, die Beine gespannt, der Kopf voller Bewegung, und ich warte. Wenn Daniela freigibt, schießt mein Körper los, und das fühlt sich dann noch besser an, weil es nicht einfach passiert, sondern weil es ein Startsignal hat.
Daniela nennt das Impulskontrolle. Ich nenne es, Spiel mit Stil.
Ihr müsst unbedingt einmal lesen, was Daniela schon tolles und echt auch sehr wichtiges geschrieben hat:
Wie spiele ich mit einem Dackel
Wie beschäftige ich einen Dackel?
Kann man einen Dackel Impulskontrolle beibringen?
Suchspiele machen wir übrigens auch oft,
weil mein Kopf auch mal Arbeit will
Es gibt Tage, da bin ich vom Spielen so aufgebracht, dass Daniela mich nicht weiter anfeuert, sondern umlenkt. Dann kommen Suchspiele. Das entspannt mich und bringt mich wieder in den Focus.
Sie versteckt etwas. Manchmal ein Keks, manchmal ein kleines Teil, manchmal etwas, das ich finden und bringen soll. Daniela gestaltet es mir immer voll spannend, und ich werde automatisch konzentrierter, weil ich genau die Aufgabe verstehen will. Suchen hat eine andere Energie. Nicht dieses schnelle Hoch, eher ein konzentriertes Leise.
Ich liebe das.
Meine Nase geht an, mein Körper wird klein, ich arbeite mich durch den Raum, durch den Garten, durch Ecken, von denen Daniela glaubt, dass ich sie nicht kenne. Ich finde es natürlich trotzdem, weil ich mir Dinge merke, die Menschen für unwichtig halten.
Wenn ich es dann gefunden habe, bin ich zufrieden auf eine andere Art. Nicht aufgedreht, eher voll ausgelastet. Wie nach einer guten Strecke beim Wandern, nur in kurz.
Balancieren und Klettern, mein heimliches Profi-Thema
Daniela macht mit mir auch Balancierübungen und Klettern. Sie sagt, das es gut ist für meine Gesundheit.
Sie legt Pads hin, sie baut kleine Strecken, sie macht aus dem Wohnzimmer kurz eine Trainingsecke. Ich höre dabei wirklich zu.
Wie das genau geht, könnt ihr hier lesen: Dackelgymnastik
Das mit dem Zuhören überrascht viele Menschen, weil sie glauben, ich würde nur auf Essen reagieren. Ich reagiere auch auf Klarheit. Wenn Daniela ruhig erklärt, ruhig zeigt, ruhig wartet, dann mache ich mit, sehr gern sogar.
Balancieren ist für mich ein Spiel, das ernst wirkt. Ich setze Pfoten präzise, ich verlagere Gewicht, ich halte kurz still. Daniela freut sich dann auf diese stille Art, so als hätte sie gerade einen Dackel bekommen, der ein bisschen größer denkt als sein Körper.
Ich mag das, weil es mich nicht hochdreht. Es macht mich präsent.
Dummytraining mag ich auch, insbesondere weil Floyd das ernst genommen hat
Floyd hat Dinge getragen, als wären sie wichtig. Er hat sie geholt, wiedergebracht, sauber. Einfach Arbeit mit Würde. Er war ein Retriever und erledigte diesen Job wie ein Profi. Als ich das sah, wollte ich nichts lieber, als ein echter Retriever werden und übte so lange, bis ich perfekt war und mit den Retrievern zusammen meine Prüfungen abhalten konnte.
Ich habe mir das angeschaut und verstanden, dass man damit Eindruck machen kann.
Daniela macht das mit mir mit kleinen Dummys, 250 gr.. Ich darf etwas holen, ich darf es bringen, manchmal darf ich es kurz festhalten, manchmal soll ich es abgeben. Ich finde daran gut, dass es nicht nur Rennen ist. Es ist Aufgabe. Es ist Ablauf. Und ich merke, dass es Teamarbeit mit Daniela wird. Sie stellt mir diese Aufgaben, ich lerne und das macht mich stolz und glücklich,
Für mich fühlt es sich nach Gemeinsamkeit an, wir wachsen immer mehr zusammen.
Am Ende bleibt eine Wahrheit, die Daniela auch weiß.
Ich erledige lieber solche Aufgaben, als einfach nur Gassi zu gehen. Aber Daniela sagt, ich muss lernen, Langeweile auszuhalten und es muss auch Tage geben, wo nichts passiert
Aber Spiel – und Traininsmomente, die kommen immer wieder und das ist gut für uns.
Wenn sie das Tau holt, bin ich sofort bereit. Wenn sie Suchspiele macht, bin ich konzentriert. Wenn sie Balancieren aufbaut, bin ich aufmerksam. Und wenn sie glaubt, ich wäre ruhig genug für noch eine Runde, dann tue ich ihr den Gefallen, als hätte ich mich selbst im Griff.
Dabei hat sich das Ganze längst entschieden.
Daniela spielt mit mir, weil sie es mag.
Ich spiele mit Daniela, weil ich sie damit sehr zuverlässig beschäftige.
Und manchmal spielen wir einfach nur, weil wir uns freuen
Bitte lasst doch gern ein Like oder ein Kommentar da. Das freut Frauchen sehr. Ihr könnt aber auch Fragen stellen, wenn ihr was noch nicht verstanden habt, Daniela beantwortet alle Fragen. Manchmal dauert es ein bisschen, bis eure Frage freigeschaltet ist, aber meist klappt das am selben Tag noch
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