Dummytraining im Wald

Heute im Wald war schon bei der ersten Übung klar, dass wir voll spannende Übungen machen. Frauchen legte mich ab und ging in einem weiten Bogen zwischen die Bäume hinein, so wie sie es macht, wenn eine große Suche vorbereitet wird.

Ich soll nämlich keine Spur bekommen, deswegen läuft sie nicht dort, wo ich später laufen werde. Mit Spur ist es zu leicht.

Ich habe nichts fliegen sehen, aber ich kenne diese Abläufe. Wenn sie so läuft, liegt später irgendwo Arbeit.

Als sie zurückkam, war sie konzentriert. Dann kam das Kommando: „Suuuuuuch verloren.“ Das ist die große Suche, etwa auf 40 mal 40 m. Es gibt noch eine kleine Suche, aber da sagt sie „suchsuchsuch“

Ich musste in der Suche selbständig arbeiten, den Wind prüfen, mir das Gelände einteilen und sauber im Geruch bleiben. Fragen ist verboten! Doof!

Ich lief also an, nahm den Kopf hoch und arbeitete gegen den Wind. Kleine Bögen, immer wieder prüfen, korrigieren. Irgendwann war der Geruch eindeutig. Ich nahm das Dummy auf und lief Richtung Frauchen.

Auf dem Rückweg roch ich es dann plötzlich ä. Da lag noch ein Dummy. Ich hatte es nicht gesehen, aber ich hatte beim Ablegen schon geahnt, dass vielleicht zwei ausgelegt worden waren. Und jetzt lag es genau in meiner Linie. Uiii mein Lieblingsdumny!

Ich lief mit dem ersten Dummy im Fang und spürte diesen Moment im Kopf. Ein winziger Stopp. Ein Gedanke. Vielleicht könnte ich gleich das andere nehmen. Vielleicht wäre das besser. Vielleicht.

Und genau das war der Fehler. Denn das darf ich gar nicht! Wusste ich eigentlich, hatte ich aber gerade kurz vergessen.

Ich habe nichts abgelegt. Ich habe nicht getauscht. Aber ich habe geguckt und überlegt. Ich habe den Auftrag in Frage gestellt, wenn auch nur für einen Atemzug. Und das darf im Dummytraining nicht passieren. Meine Aufgabe war eindeutig: aufnehmen, direkt bringen, in die Hand geben. Ohne Überlegen. Ohne Alternativen.

Frauchens Stimme kam sofort. Deutlich. Sie meckerte von dahinten am Waldrand ernsthaft zu mir rüber. Ich wusste genau, dass ich es besser kann. Ich lies also das Lieblingsdummy dort schweren Herzen liegen und raste zu Fraucheb

Erst nach der korrekten Abgabe kam die Freigabe für das zweite Dummy. Dann durfte ich los fetzen und es holen. So ist die Reihenfolge. Erst der eine Auftrag, dann der nächste.

Tauschen ist halt nicht erlaubt und das hatte Frauchen auch lang geübt mit mir.

Verleitungen gehören bewusst ins Training. Zwei Dummys im Gelände erhöhen die Spannung. Genau darin liegt der Wert. Der Hund lernt, trotz Reiz bei seinem ursprünglichen Auftrag zu bleiben. Das funktioniert nur, wenn jede Unsauberkeit sofort korrigiert wird.

Frauchen baut das schrittweise auf. Anfangs liegt die Verleitung weiter entfernt, später näher an meiner Linie, schließlich direkt im Rückweg. Jede korrekte Abgabe festigt die Regel: Ein Dummy aufnehmen, direkt bringen, sauber in die Hand geben. Danach kommt das nächste Kommando.

Heute habe ich nicht getauscht.

Aber fast 😅🙈.

Und ich weiß, dass ich es besser machen muss. Genau deshalb trainieren wir.

Mehr Info sind dann hier Apportieren für Dackel Schritt für Schritt


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